Ratgeber: unabhängige Hintergründe rund um Krypto-Kreditkarten. Keine Anlage- oder Steuerberatung.
Kosten

Krypto-Karte im Ausland: Was Zahlungen in Fremdwährung wirklich kosten

Im Urlaub zeigt sich, welche Krypto-Karte wirklich günstig ist. Zahlst du in einer anderen Währung als Euro, kommen zum Wechselkurs von Visa oder Mastercard oft ein Aufschlag des Anbieters und bei Krypto-Zahlung der Spread. Hier steht, was die zwölf Karten im Vergleich verlangen, wie du die Kosten selbst ausrechnest und welche Frage am Kartenterminal du immer mit „Nein“ beantworten solltest.

Wie der Wechselkurs entsteht

Zahlst du in New York 100 Dollar, rechnet zuerst das Kartennetzwerk um: Visa und Mastercard veröffentlichen täglich eigene Kurse, die nah am Devisenmarkt liegen. Auf diesen Kurs schlägt der Kartenanbieter seine Fremdwährungsgebühr auf – je nach Karte zwischen 0 und 2,5 %. Zahlst du aus Krypto-Guthaben, kommt zusätzlich der Spread der Umwandlung in Euro hinzu, genau wie zu Hause.

Einige Anbieter unterscheiden zusätzlich nach Region oder Wochentag: Nexo verlangt innerhalb von EWR und UK werktags 0,2 %, am Wochenende 0,7 % und außerhalb 2 bis 2,5 %. Crypto.com nimmt seit 1. Oktober 2026 innerhalb von EU und UK 0,2 % und außerhalb 2 %, bei den bezahlten Stufen erst nach einem freien Monatskontingent.

Fremdwährungsgebühren der zwölf Karten

KarteAufschlag auf den NetzwerkkursHinweis
Bleap Card0 %auch 0 % Umwandlung
Krak Card0 %Mastercard-Kurs
Trade Republic0 %Visa-Kurs
Bitpanda Card0 %kein eigener Aufschlag, Visa-Aufschläge möglich
OKX Cardkeine eigene GebührZahlung aus Dollar-Stablecoins, 0,1 % Spread
Coinbase Cardnicht gesondert ausgewiesenVisa-Kurs; Gebührenseite nur mit Login
Nexo Card0,2 % / 0,7 % / 2–2,5 %werktags EWR/UK, Wochenende, außerhalb
Crypto.com0,2 % / 2 %EU/UK bzw. außerhalb; Ruby Steel 400 €/Monat frei
Bybit Card1 %auf den Mastercard-Kurs
MetaMask Card1 %außerhalb der Eurozone
Ledger CL Card1,75 %außerhalb der Basiswährung
Plutus Card2,5 %auch 2,5 % beim Abheben

Angaben laut Anbieterseiten, Stand 30. Oktober 2026. Die Quellen stehen im jeweiligen Kartenprofil. Was beim Abheben am Automaten anfällt, zeigt der Ratgeber Bargeld abheben.

Rechenbeispiel: 1.000 € Urlaub in den USA

Angenommen, du gibst im Urlaub umgerechnet 1.000 € in Dollar aus und zahlst aus Euro- oder Stablecoin-Guthaben, sodass kein Krypto-Spread anfällt. Dann kostet allein der Fremdwährungsaufschlag:

KarteAufschlagKosten
Bleap, Krak, Trade Republic, Bitpanda0 %0 €
Bybit, MetaMask1 %10 €
Crypto.com Ruby Steel2 % nach 400 € frei12 €
Ledger CL Card1,75 %17,50 €
Nexo Card2–2,5 %20–25 €
Plutus Card2,5 %25 €

Zahlst du aus Bitcoin oder Ether, kommt der Spread dazu – bei Bitpanda zum Beispiel 1,49 %. Den Anteil deiner Ausgaben in Fremdwährung kannst du im Cashback-Rechner einstellen; er rechnet den Aufschlag jeder Karte automatisch mit ein.

Die teuerste Falle: „In Euro bezahlen?“

Viele Terminals und Geldautomaten im Ausland fragen, ob du in Euro statt in der Landeswährung zahlen möchtest. Das heißt Dynamic Currency Conversion (DCC): Dann rechnet nicht Visa oder Mastercard um, sondern der Händler oder Automatenbetreiber – zu einem Kurs, den er selbst festlegt. Die Aufschläge sind oft deutlich höher als jede Fremdwährungsgebühr in der Tabelle oben. Der Vorteil einer 0-%-Karte ist damit dahin.

Faustregel

Am Terminal und am Automaten immer in der Landeswährung zahlen bzw. abheben, also „ohne Umrechnung“ wählen. Die Umrechnung überlässt du deiner Karte.

Fünf Tipps für die Reise

Kurzfassung

Für Reisen sind Bleap, Krak Card, Trade Republic und Bitpanda ohne Aufschlag am günstigsten. Bybit und MetaMask kosten 1 %, Ledger und Plutus deutlich mehr. Wichtiger als jede Gebühr: am Terminal immer in Landeswährung zahlen.