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MiCA-Stichtag 1. Juli 2026: Was sich für Krypto-Karten geändert hat

Am 1. Juli 2026 endete die letzte MiCA-Übergangsfrist in der EU. Seitdem gilt ohne Ausnahme: Krypto-Dienste nur mit Zulassung. Für Karteninhaber ist das die wichtigste Regeländerung seit Jahren – und eine gute Nachricht, wenn man weiß, worauf man achten muss.

Was am 1. Juli 2026 passiert ist

Die EU-Verordnung MiCA gilt für Krypto-Dienstleister seit dem 30. Dezember 2024. Damit bestehende Anbieter Zeit für den Antrag hatten, durften die Mitgliedstaaten eine Übergangsfrist von bis zu 18 Monaten einräumen – bis zum 1. Juli 2026. Deutschland hat diese Frist per Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG) auf den 31. Dezember 2025 verkürzt. Seit dem Stichtag gibt es keine Grauzone mehr: Wer keine Zulassung hat, darf in der EU keine Krypto-Dienste anbieten.

Die BaFin hat zusammen mit der Financial Intelligence Unit bereits am 8. Juli 2026 gewarnt, dass Kunden und Guthaben von nicht zugelassenen zu zugelassenen Anbietern wandern werden – und die Aufsicht über Anbieter ohne Zulassung spürbar verschärft.

Der Zeitplan im Überblick

Was das für deine Krypto-Karte bedeutet

Eine Krypto-Karte besteht aus zwei regulierten Teilen: Die Karte gibt ein E-Geld-Institut oder eine Bank aus, den Krypto-Teil – Verwahrung und Umtausch beim Bezahlen – erbringt ein Krypto-Dienstleister. Nur für den zweiten Teil gilt MiCA. Hat dein Anbieter keine Zulassung, funktioniert die Karte womöglich noch, aber der Krypto-Teil darf in der EU nicht mehr erbracht werden – das kann Aufladungen, Umtausch oder Cashback treffen.

Beispiel Ledger CL Card

Der Betreiber Baanx hat im August 2026 neue Aufladungen wegen einer regulatorischen Plattformumstellung ausgesetzt; bestehende Guthaben konnten weiter ausgegeben werden. Genau solche Einschränkungen sind seit dem Stichtag zu erwarten, wenn Anbieter ihre Struktur anpassen müssen.

Zulassungsstatus der zehn Karten

AnbieterStatusZulassung
BitpandazugelassenBaFin, Januar 2025
Trade RepubliczugelassenBaFin, November 2025 (Vollbank)
KrakenzugelassenCentral Bank of Ireland, Juni 2025
BybitzugelassenFMA Österreich, Mai 2025
Crypto.comzugelassenMFSA Malta, Januar 2025
OKXzugelassenOKX Europe Ltd. (MiCAR)
CoinbasezugelassenCSSF Luxemburg, Juni 2025
NexoAntrag läuftDienste über Partner (Tangany, DLT Finance)
Ledger CL Cardkeine eigene ZulassungE-Geld: Baanx (UK), Monavate (LT)
Plutuskeine eigene ZulassungE-Geld: UK FCA

Was du jetzt prüfen solltest

  1. Entity finden: Im Impressum oder in den AGB der Karte steht, welche Gesellschaft den Krypto-Teil erbringt – nicht der Markenname, sondern zum Beispiel „Payward Europe Solutions Ltd.“ oder „Foris DAX MT Ltd.“.
  2. ESMA-Register prüfen: Die ESMA führt das öffentliche „Interim MiCA Register“ aller zugelassenen Krypto-Dienstleister. Steht die Entity dort nicht, hat sie keine Zulassung.
  3. Token-Bindung bedenken: Bei Anbietern ohne Zulassung ist ein Lockup im Anbieter-Token (CRO, NEXO, PLU) ein doppeltes Risiko – Kurs und Verfügbarkeit.
  4. Guthaben klein halten: Auf Karten ohne eigene Zulassung nur so viel laden, wie du kurzfristig ausgibst.
Kurzfassung

Sieben der zehn verglichenen Karten kommen von Anbietern mit eigener MiCA-Zulassung. Bei Nexo läuft der Antrag, Ledger CL Card und Plutus laufen über E-Geld-Institute ohne MiCA-Zulassung. Alle Details stehen im Ratgeber Sicherheit & Regulierung und in der Themenliste MiCA-regulierte Karten. Stand: 28. September 2026.